Wenke2 - Wege zum nachhaltigen Konsum - Energie, Ernährung

MONAKO

Ziel des Moduls 2 war es, ein agentenbasiertes, evolutorisches Simulationsmodell für selbstorganisierte Marktevolutionen zu konstruieren und zu analysieren. Im Fokus stand dabei der nachhaltige Konsum. So entstand das „Modell für nachhaltigen Konsum“ (MONAKO), implementiert mit der frei verfügbaren Simulationssoftware LSD, angepasst mit aktuellen empirischen Daten an den deutschen Ernährungsmarkt.

MONAKO wendet die Szenarioanalyse an, die anders als üblicherweise behauptet u.a. zeigt…

  • dass mehr Anbieterkonkurrenz nicht unbedingt nachhaltige Konsummuster fördert, sondern nur, wenn es sich beim Ernährungsbereich um einen kreativen Markt handeln sollte, in dem neues Wissen ausschlaggebend ist, wie in der Internetbranche. Dieser Markt spricht für die These des jungen Schumpeter (1912), dass Fortschritt ein Prozess kreativer Zerstörung sei und wir bezeichnen ihn in Anlehnung an Nelson und Winter (1982) als Schumpeter-I-Markt. Doch sicherlich muss auch im Ernährungsbereich Wissen akkumuliert werden, und für diese Bedingungen zeigt MONAKO, gemäß der späten These Schumpeters (1942) des „Success Breeds Success“ (Schumpeter-II-Markt), dass weniger Konkurrenz nachhaltige Konsummuster fördert. In einem Schumpeter-neutralen Markt lässt sich entsprechend keine Förderung oder Hemmung von nachhaltigen Konsummustern durch mehr Konkurrenz feststellen. Wagt man die weiterführende These, dass der Ernährungsbereich, wie fast jede andere Branche, in der Realität eine Mischung aus allen drei Marktregimen ist, kann die Konkurrenzthese mit Hilfe von MONAKO nur bedingt bestätigt werden.
  • dass vermehrte Skandale am Markt durchaus nachhaltige Konsummuster fördern durch eine leichte Verschiebung der Präferenzen in Richtung pro-öko, aber nicht die allgemein beschworene durchschlagende Wirkung pro-öko.

  • dass die These „mehr Unsicherheit am Markt fördert nachhaltigen Konsum“ nur unter ganz bestimmten Bedingungen gilt: Steigt die Unsicherheit am Markt zu stark an, führt dies v.a. zu starren Marktstrukturen. Die Anbieterwechsel der Konsumenten ersterben, da diese sich fast ausschließlich an anderen, nun ebenfalls unsicheren Konsumenten zu orientieren suchen. So halten sich Unternehmen lange am Markt, was nur im Schumpeter-II-Markt nachhaltige Konsummuster fördert – aber diese entstehen hier nicht durch aktives „Mitfördern“ (Bevorzugen) der Konsumenten, sondern als angebotsinduzierter Fortschritt. Entfällt der Erfahrungsvorteil im Schumpeter-neutralen-Markt oder wird er zum Nachteil im Schumpeter-I-Markt, wird die starre Marktstruktur zur Markteintrittsbarriere für junge Unternehmen, und die Ausbreitung von nachhaltigen Konsummustern wird regelrecht blockiert.

Literatur:

Schumpeter, J.A. (1912): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn, Kapital, Kredit, Zins und den Konjunkturzyklus, Leipzig.

Nelson, R.R., Winter, S.G. (1982): An Evolutionary Theory of Economic Change, Cambridge.

Schumpeter, J.A. (1942): Capitalism, Socialism and Democracy, New York.


MONAKO wurde von Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt

mit Hilfe von LSD 5.4 (entwickelt von Marco Valente: http://www.business.aau.dk/~mv/) programmiert. Die Free Software (für Windows und Unix) sowie Manuals zur Programmoberfläche und den einzelnen Programm-Interfaces können heruntergeladen werden unter: http://www.business.aau.dk/~mv/Lsd/download54.html

Der Quellcode von MONAKO, eine Konfigurationsdatei sowie deren Simulationsergebnisse stehen hier zum Download zur Verfügung:

fun_MonaKoVersion10.cpp >>Download<<

MonaKoV10ReferenzSz100MAkkVar.lsd >>Download<<

MonaKoV10ReferenzSz100MAkkVar.zip >>Download<<

Für Erklärungen zu den Gleichungen von MONAKO siehe

Antoni-Komar, I., Lehmann-Waffenschmidt, M., Pfriem, R., Welsch, H. (Hrsg.) (2010): WENKE2 – Wege zum nachhaltigen Konsum. Reihe: Wirtschaftswissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung, Band 9, Marburg: Metropolis Verlag.

Oder mailen Sie Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt: bclw(at)gmx.de