Wenke2 - Wege zum nachhaltigen Konsum - Energie, Ernährung

Neuere ökonomische Ansätze zur Entwicklung nachfrage- und angebotsseitigen Wandels im Bereich des nachhaltigen Konsums

Trotz einer vielfältigen Debatte und eines in der Literatur breit disku­tierten Spektrums an Handlungsalternativen sind nachhaltige Konsummuster weit von einer breiten Umsetzung entfernt. Die Ausgangsfrage des Vorhabens lautet daher: Woran scheitert die Verbreitung nachhaltiger Konsummuster? Um diese Frage zu beantworten und umsetzungsori­entierte Handlungskonzepte zu entwickeln, sollen ökonomische Erklä­rungsangebote geprüft, weiter­entwickelt und zusammengeführt werden. Die Ansätze sollen empirisch auf die Praxisfelder "privater Energiekonsum" und "Ernährung" bezogen und die Innovations- und Diffusi­onsbe­din­gungen gestaltungsorientiert präzisiert werden. Erforderlich ist hierzu eine genauere Ana­lyse strategi­scher Suchprozesse und zugrunde liegender Einbettungen wie Orientierungen der Akteure. Nur so kann eine stär­kere Synchronisierung von angebots- und nach­frage­seiti­gem Wandel gelingen, die auf eine Kooperation verschiedener gesellschaftlicher Grup­pen und Akteure in Veränderungs­allian­zen angewiesen ist. Multi-Akteurs-Kooperatio­nen und neue institutionelle Arrangements sind eine Voraussetzung für die Diffusion nach­halti­ger Konsummuster. Im Sinne einer Interak­tions­ökonomik wird davon ausgegangen, dass Nach­haltigkeitseffekte nicht aus ein­seitigen Kalkülen und Strategien der Konsumen­ten- oder der Ange­botsseite erfolgen kön­nen, sondern vielmehr über die wechselseitige Klä­rung von Ziel­setzungen, Erwartungen und Interessen. Das Vorhaben setzt insofern an den Grenzen der bishe­rigen Innovations- und Diffusionsforschung an und will auch mittels quan­titati­ver öko­nomischer Methoden zu trag­fähigen empirischen Ergebnissen gelangen.

 

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderschwerpunkt "Wirtschaftswissenschaften für Nachhaltigkeit"

Laufzeit

01.03.2007 bis 31.07.2010

Projektteam

Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr. Heinz Welsch, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
(CENTOS - Oldenburg Center for Sustainability Economics and Management)

Prof. Dr. Marco Lehmann-Waffenschmidt, Technische Universität Dresden
Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt

Prof. Dr. Ulrich Witt, Max-Planck-Institut für Ökonomik Jena (Abteilung für Evolutionsöko­nomik)
Dr. Julia Sophie Wörsdorfer, Max-Planck-Institut für Ökonomik Jena (Abteilung für Evolutionsöko­nomik)

Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gemeinnützige GmbH
Prof. Dr. Klaus Fichter
Dr. Jens Clausen

Prof. Dr. Ralf Antes, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Prof. Dr. Martin Müller, Universität Ulm
Dipl.-Oec. Jan Kühling, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Dr. Julia Freifrau von Berlichingen

Projektkoordination

Dr. Irene Antoni-Komar, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
irene.antoni.komar(Klammeraffe)uni-oldenburg.de


Wissenschaftliche und anwendungsorientierte Ziele

Es sollen konsum- und haushaltstheoretische Ansätze der Ökonomik hinsichtlich der hetero­genen und ambivalenten Handlungselemente von Akteuren präzisiert und nachhaltige Kon­sum­perspekti­ven entwickelt werden. Die theoretischen Zugänge werden unter dem Aspekt analysiert, inwieweit sie Hemmnisse und Akzeptanzfaktoren nachhalti­gen Konsums er­­klären können. Zudem werden Forschungsfragen ab­geleitet, deren empirische Be­ar­bei­tung in den Praxisfel­dern "privater Energieverbrauch" und "Er­nährung" erfolgt. Im Praxisfeld privater Energieverbrauch sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Schlüsselakteure und Diffu­sionsnetzwerke erarbeitet werden, die zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs und einer Erhöhung des Einsatzes erneuerbarer Energien in einer geeigneten Re­gion beitragen. Im Praxisfeld Ernährung sollen ebenfalls konkrete Handlungsempfehlun­gen für Schlüssel­akteure und Veränderungsallianzen erarbeitet werden, die zu einer Erhö­hung des Marktan­teils ökologischer, regionaler und fair gehandelter Produkte beitragen.

Methodik

Fünf relevante, aber recht unterschiedliche Zugänge der Ökonomik sollen zu einer theoreti­schen Kon­zeptualisierung nachhaltigen Konsums auf die beiden Empiriefelder und die damit verbunde­nen Feldvermessungsstudien bezogen sowie durch weitere Verarbeitung von theo­reti­schen wie empirischen Untersuchungen angereichert werden.